Aikido für Kinder und Jugendliche (6 - 16 Jahre) Es gibt für junge Menschen viele Möglichkeiten ihren Leistungs- und Siegeswillen zu formen, aber es gibt leider nicht genug Orte, an denen sie auch die ebenso erforderliche Selbstkontrolle, Stressresistenz und innere Ruhe entwickeln können, die aus einer friedlichen Einstellung und einem ruhigen und stabilen Zentrum erwächst. Ohne Kampf und Gewalt dem anderen ruhig zu begegnen, und dabei respektvoll miteinander umzugehen, sind wichtige Ziele unseres Aikidotrainings. Aikido tut natürlich auch dem Körper gut - sich mit anderen über die Matte zu bewegen und den Körper in alle möglichen Richtungen zu dehnen und auszustrecken beseitigt Verspannungen und Haltungs-fehler von stundenlangem Sitzen in Klassenräumen und vor den Bildschirmen diverser Medien, und macht auch ganz einfach Spaß. Die Form des Unterrichts fördert natürlich auch Disziplin (damit alle gefahrfrei und gewinnbringend üben können) und die Geduld, einen eingeschlagenen Weg auch über mehrere Jahre zu gehen.
Aufwärm-, Atem- und Dehnungsübungen bereiten auf die Aikidobewegungen vor und entwickeln Haltung, Motorik und Beweglichkeit. Übungen zum sicheren Rollen und Fallen sind der nächste Schwerpunkt. Die eigentlichen Aikido Verteidigungstechniken mit einem Übungspartner werden erst mit fortschreitendem Alter umfangreicher und komplexer. Während bei den Jüngeren noch Spiele (die bestimmte Fertigkeiten fördern) einen hohen Anteil haben, ist das Training der Jugendlichen schon der Übergang zum Aikidotraining der Erwachsenen.
Unser Trainingsjahr besteht bei den Kindern und Jugendlichen inhaltlich aus zwei Halbjahren, wobei grundlegende Übungen und Spiele natürlich das ganze Jahr über Teil des Trainings sind. In der ersten Jahreshälfte beschäftigen wir uns mit dem Erlernen jeweils einer Aikido-Taigi (Es gibt insgesamt 30 Taigi -- eine Taigi ist eine Partnerform mit einer vorgegebenen Abfolge bestimmter Aikidotechniken, die in einem bestimmten Rhythmus und einer bestimmten Geschwindigkeit von zwei Übenden demonstriert wird.). Dieses Halbjahr wird dann kurz vor den Sommerferien mit einem Wochenendseminar (mit Übernachtung im Dojo) und einer Taigi-Demonstration abgeschlossen. Das zweite Halbjahr üben wir die Techniken für die jeweils nächsten Gürtel-Graduierungen, welche dann im Rahmen der jährlich stattfindenden Weihnachtsfeier in Form einer kleinen Gürtel-Prüfung abgelegt werden können. Sowohl bei den Taigi als auch bei den Graduierungen geht es nicht im Geringsten um Prüfungszwang oder Leistungsdruck, sondern vielmehr um den Spaß und die Motivation auf ein bestimmtes Ziel hinzuarbeiten. Bei den Kindern und Jugendlichen hat uns die Erfahrung gelehrt, dass eher kurzfristigere Ziele motivierend sind... langfristigere Ziele, wie sie die meisten Erwachsenen Aikidoka haben, sind für Kinder im Allgemeinen noch weniger relevant.
(mehr Informationen: Aikido Trainingshandbuch)
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